„PX Ambulant“: Kultursensible Gesundheitsförderung für Frauen* in der prekären Prostitution
PRESSEMITTEILUNG vom 15.09.2026
Frauen*, die in der prekären Prostitution tätig sind, sind häufig mit besonderen gesundheitlichen und sozialen Belastungen konfrontiert. Vor allem fehlende Krankenversicherung, Sprachbarrieren, Diskriminierung und bürokratische Hürden können den Zugang zu medizinischer und sozialer Unterstützung erheblich erschweren.
Mit „PX Ambulant: Gesundheitsförderung“ erweitern wir unsere niedrigschwellige Arbeit im Rhein‑Main‑Gebiet gezielt um Gesundheitsangebote: präventiv, mehrsprachig, kultursensibel – und in einem Rahmen, der Scham, Stigmatisierung und Sprachbarrieren mitdenkt.
Gesundheitsfragen sind Alltag – Versorgung bleibt oft unerreichbar
In unserer langjährigen Arbeit zeigt sich zunehmend: gesundheitliche Fragen und akute medizinische Bedarfe nehmen einen zentralen Stellenwert im Alltag vieler Frauen* ein – von Sorgen um Infektionen über Beschwerden bis zur richtigen Einnahme von Medikamenten.
Gleichzeitig bestehen hohe Hürden, reguläre medizinische Angebote wahrzunehmen: Erfahrungen von Stigmatisierung, Scham oder mangelnder Verständigung führen dazu, dass notwendige Untersuchungen und Behandlungen häufig aufgeschoben oder vermieden werden.
Unsere Zielgruppe sind Frauen*, die in der prekären Prostitution im Rhein Main Gebiet tätig sind. Diese sind vielfach von Ausgrenzung, gesundheitlichen Belastungen und fehlendem Zugang zu Hilfesystemen betroffen. Viele haben eine Migrationsgeschichte, geringe oder keine Deutschkenntnisse und sind nicht oder nur unzureichend an das reguläre Gesundheits- und Unterstützungssystem angebunden.
Ziel: Prävention stärken, Barrieren abbauen, Gesundheitskompetenz aufbauen
Mit „PX Ambulant“ wollen wir die gesundheitliche Situation von Frauen* in der Prostitution nachhaltig verbessern und Versorgungslücken schließen.
Dazu setzen wir auf niedrigschwellige, kultursensible Gesundheitsangebote in unserer offenen Anlaufstelle, dem Drop-In-Center im Frankfurter Bahnhofsviertel: Prävention, Beratung und einfache Basis‑Checks, die Gesundheitskompetenz stärken und Zugangsbarrieren zur medizinischen Regelversorgung abbauen.
Ein zentraler Baustein ist außerdem die Qualifizierung unserer Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden: Schulungen in kultursensibler Gesundheitskommunikation, zu den Grundlagen sexueller Gesundheit, STI‑Prävention und Verhütung sowie zu trans- und gendersensiblen Themen geben ihnen mehr Sicherheit im sensiblen Alltag der Arbeit.
Das Projekt wird von der Deutschen Postcode Lotterie gefördert: Der Projektzeitraum läuft vom 1. August 2026 bis 31. Januar 2028.